Wie war denn eigentlich die Frankfurter Buchmesse?

#fbm16-Goodies

Ich fühle mich verpflichtet, diesen Beitrag mit einem lauten „Hallo!“ einzuläuten, dicht gefolgt von einer Entschuldigung. Kerstin meldet sich aus dem Jenseits der Offline-Welt zurück, nach fast zwei Jahren strecke ich vorsichtig den Kopf aus der Versenkung. Warum ich so lang weg war? Uff … schwierig. Die Antwort lässt sich nicht anders zusammen fassen als zu sagen: Das Leben kam dazwischen. Genauer gesagt mein Studium und große Veränderungen in meinem Privatleben, die alles irgendwie ein wenig aus der Bahn warfen.
Nicht, dass ich jetzt wirklich mehr Zeit hätte. Ich bin gerade erst wieder umgezogen, mein Studium geht dieses Semester in die heiße Phase und auf der Arbeit steht meist alles Kopf – aber eine Kerstin, die nicht liest? Deren ungelesene Bücher mittlerweile zwei Drittel eines Bücherregals füllen? Die keine Ahnung mehr davon hat, was gerade in der Literaturbranche ab geht? Die nicht mitsprechen kann, keinen Roman auf dem Nachtschränkchen hat und Musik im Zug hört, statt in fremden Welten zu versinken? – Das bin nicht ich! Das will ich nicht! Deswegen habe ich die Frankfurter Buchmesse besucht – und mich von ihr wieder mitten rein katapultieren zu lassen, ins Buchgeschehen. Halbwegs unvorbereitet und leicht verschüchtert bin ich die Gänge entlang geschlendert, habe viele bekannte Titel gesehen, aber noch viel mehr unbekannte Titel, habe Verlagsmenschen kennengelernt, an einem Speed-Dating mit Branchenprofis teilgenommen – und nicht zuletzt die eine oder andere Veranstaltung von und für Blogger besucht, darunter beispielsweise den Blogger Future Place 2016.

 

fbm16-Goodies
Eine kleine Auswahl meiner fbm16-Goodies.

 

14 Dinge, die die #fbm16 mich gelehrt hat:

1. Nächstes Jahr kaufe ich mir ein Rollköfferchen.
2. Die Blogger-Szene ist in den letzten zwei Jahren unfassbar angewachsen. Wie einflussreich Literaturblogger mittlerweile sind, zeigen nicht zuletzt Projekte wie Blogbuster 2017
3. Nicht nur vor der Uni, auch auf der Buchmesse wird man zu kostenlosen Zeitschriften-Abos überredet.
4. Zwei Jahre den Buchmarkt nicht verfolgen und man weiß gefühlt nichts mehr.
5. Mit Interviewterminen macht’s mehr Spaß.
6. Nächstes Mal kommt trotz Apathie der eReader mit statt des dicken Wälzers.
7. Ich werde nie wieder Jute-Beutel kaufen müssen.
8. Verlagsvorschauen gibt es online. Wirklich, Kerstin, du musst die nicht gedruckt mitnehmen.
9. Ich werde wirklich nie wieder Jute-Beutel kaufen müssen.
10. Die Worte „Wie heißt dein Blog? – Nee, noch nie gehört!“ tun weh, auch wenn sie noch so verständlich und nachvollziehbar sind.
11. Am Messesamstag gibt’s viel weniger Jutebeutel.
12. Konnte man am Freitag noch zwischen Panels und Foren hin und her flitzen, dauern die Wege samstags länger … viel länger. Der Menschenhass steigt proportional zur Wegdauer.
13. Im Lesezelt kann man sich prima vor Menschenmassen verstecken und in Literatur rein schnuppern, in die man sonst nicht die Nase stecken würde.
14. Ich brenne für die Buchbranche. Ich hab’s die letzten zwei Jahre fast vergessen, aber wenn es um Bücher geht, bin ich mit Leidenschaft dabei.

 
¹) Ich kann das gar nicht richtig in Worte fassen – die Bloggerszene ist unfassbar angestiegen in den letzten zwei Jahren. Ging ich 2014 noch zu Verlagsmenschen auf der Messe und fragte nach Rezensionsexemplaren für Blogger, wussten die meisten gar nicht recht, was sie mit mir anfangen sollten. Kramte ich dann eine Visitenkarte heraus, war das Erstaunen groß. Wer heute keine Visitenkarte vorweisen kann, outet sich schnell als „unprofessionell“. Es ist unglaublich schön zu sehen, dass die Verlage Blogger wahrnehmen, ernst nehmen, sich mit ihnen beschäftigen, sie unterstützen. Da ist ein Wandel im Gange, es zählt nicht mehr nur das Feuilleton – das zeigen nicht zuletzt Aktionen wie der oben bereits erwähnte Blogbuster, sondern auch Berichte wie dieser.  – Da habe ich eine Menge an Nachholbedarf. Auf der Rückfahrt von der Frankfurter Buchmesse habe ich bereits über eine Konzeptanpassung nachgedacht, über größere und kleinere Veränderungen, die ich demnächst angehen werde, aber auch Begriffe wie SEO, responsives Layout, SocialMedia-Einbindung, RSS-Feed, MediaKit und und und stehen auf meiner Liste. Eine Menge Arbeit kommt da auf mich zu – aber ich freue mich auch darauf. Endlich wieder Energie für etwas verwenden, für das ich wirklich brenne!
Nicht zuletzt heißt es jetzt: rezensieren. Da kommt mir die von Stehlblüten und BookWalk ins Leben gerufene Challenge gegen den Buchmesseblues mehr als entgegen – denn mein SuB muss dringend abgebaut werden! Mehr dazu aber später 😉

Also – bis ganz bald!

3 Kommentare

  1. Susanne sagt: Antworten

    Gut so, Kerstin!

    1. Die Susanne gibt’s ja auch noch! Was freue ich mich über deinen Kommentar! – Ganz liebe Grüße =)

  2. Ylva sagt: Antworten

    Ich hab auch absolut keinen Überblick mehr über den deutschen Buchmarkt 😀 Ich lese die meisten Bücher im englischen Original und stelle dann nur irgendwann fest „ach, das ist übersetzt worden mittlerweile“ oder so. Aber ich könnte mal wieder ein paar deutsche Bücher lesen… Um einigermaßen einen Überblick über die Bücher, die ich lesen mag, zu haben, habe ich mir zwar goodreads angeschafft, aber das ist ja auch sehr auf den englischsprachigen Buchmarkt ausgerichtet, habe ich das Gefühl.

    Auf die Buchmesse würde ich auch gerne mal gehen.

Schreib mir, was Du denkst.