Tote haben kein Zahnweh

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Als die Zahnärztin Dr. Leocardia Kardiff von der Hypnosetherapie gegen ihre Spritzenphobie kommt, ist sie tiefenentspannt. Das hält allerdings nicht lange an, da sie im wahrsten Sinne des Wortes über eine Leiche stolpert … Als die Tür der Nachbarwohnung offensteht und auf ihr Rufen niemand antwortet, macht sie sich Sorgen und betritt das Apartment. Drinnen trifft sie auf die Bewohnerin, die allerdings recht kürzlich das Zeitliche gesegnet hat. Der Körper ist noch warm, ihre Wiederbelebungsversuche zeigen jedoch keine Wirkung mehr.

Von der Zahnärztin zur kompromisslosen Ermittlerin
Erst als Dr. Leo, wie sie von den meisten genannt wird, wieder in ihrer Praxis ist – lange nachdem sie ihre Zeugenaussage bei der Polizei getätigt und diese die Leiche fortgeschafft hat –, wird ihr bewusst, dass sie die Tote flüchtig kannte. Sie war eine Patientin ihrer Gemeinschaftspraxis, allerdings von ihrem Kollegen Dr. Frederic Lang. Es ist die Kombination aus verschiedenen Umständen, die Leo nicht mehr loslässt. Dass irgendjemand der Toten noch nach ihrem Ableben einen Teil ihres Gebisses entfernt hat, gehört eindeutig dazu.
Aber die Polizei scheint das alles nicht so ernst zu nehmen – das ist zumindest Leos Eindruck. Oder die Beamten sind einfach furchtbar langsam mit ihren Ermittlungen. Sie möchte mehr herausfinden, auch über das Leben von Hedda Kernbach. Da sie diejenige ist, die die Leiche gefunden hat, fühlt sie sich irgendwie verantwortlich … oder zumindest in der Mitverantwortung, herauszufinden, wer der alten Dame das angetan hat.

Die Lage spitzt sich weiter zu, als eine der beiden anderen Frauen aus Heddas Skatrunde ebenfalls einem Anschlag auf ihr Leben zum Opfer fällt – und nur ganz knapp entkommt. Da lässt sich Leo auch nicht durch die Ermahnungen des Polizeihauptkommissars Jakob Zimmer bremsen, obwohl dieser sie schon einmal erwischt hat, wie sie in Heidi Mohns Haus eingedrungen ist, um weiteren Hinweisen nachzugehen.
Dass Leo sich in ihren Ermittlungen nicht aufhalten lässt, scheint nicht nur der Polizei unangenehm aufzufallen. Sie erhält Drohungen und wird schließlich erpresst – mit dem Wohlergehen ihrer zwei Töchter. Doch Leo lässt sich nicht unterkriegen, jetzt erst recht! Wie nah sie dem Täter schon gekommen ist, bemerkt sie erst, als ihr Leben tatsächlich auf dem Spiel steht …

Zahnarztbesuch mit tödlichen Nebenwirkungen
(Achtung Spoiler!) So steht es auf dem Klappentext. Das mag zunächst verwirren, da nun einmal die Ermittlerin eine Zahnärztin ist, die beim Ermitteln doch wohl kaum ihre Patienten umbringen wird … was wirklich hinter dieser vorausdeutenden Zeile steckt, wird am Ende enthüllt. Für mich war es leider eher ein ganzer Zaunpfahl, denn ein kleiner Hinweis, da ich mir so an den richtigen Stellen mehr zusammengereimt habe, als ich es ohne diesen Hinweis auf der Buchaußenseite getan hätte.
Das war für die Spannung der Geschichte durchaus schade. Dennoch hat es Spaß gemacht, den Charakteren – allen voran natürlich Dr. Leocardia Kardiff – bei den Ermittlungen über die Schulter zu schauen. An Situationskomik mangelt es wahrlich nicht und die Figuren sind so mit unterschiedlichsten Schwächen und Stärken versehen, dass es sicherlich nicht langweilig wird. An manchen Stellen ist der Grat zwischen plakativ lustig und amüsant ein bisschen schmal, aber wer damit kein Problem hat, wird so oder so gut unterhalten.

Tote haben kein Zahnweh
Isabella Archan
(emons Verlag, 2016)
367 Seiten, Paperback
ISBN: 978-3-95451-776-3
Link zum Buch: Tote haben kein Zahnweh

2 Kommentare

  1. das Cover spricht mich an, aber ob der Krimi wirklich was für mich ist ?!

    1. Da hilft dann wohl nur: Lesen und es rausfinden 😉

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