Die Buchmesseblues-Challenge und der Kampf gegen die ungelesenen Bücher

Buchmesseblues-Challenge

Die Buchmesse ist vorbei. Wir sind alle wieder Zuhause. Was zurück bleibt, sind Eindrücke – und diese riesige Wunschliste an Büchern, die man unbedingt lesen muss.

Philip von Book Walk und Anabelle von Stehlblüten haben sich allerdings etwas ausgedacht, um einem weiteren Anwachsen des Stapels ungelesener Bücher entgegen zu wirken:

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(c) Stehlblüten und Book Walk

 

Das Ziel: Möglichst viele Bücher lesen, die sich im heimischen Regal stapeln und sonst wieder ignoriert würden, würden wir jetzt nach der #fbm16 wieder loslaufen und neues Lesematerial besorgen. Dafür haben sie einzelne Aufgaben erstellt, von denen man mindestens zwei bis zum 17. Dezember erledigen muss.

1. Lies ein Buch, das sich schon über ein Jahr auf deinem SuB befindet.
2. Beende eine angefangene Reihe.
3. Lies einen Einzelband.
4. Lies ein Buch, dessen Genre du sonst nicht so oft liest.
5. Lies ein Buch mit über 500 Seiten.
6. Lies ein Buch, das du dir nicht selbst gekauft hast.
7. Lies ein Buch, das du aufgrund einer Rezension/eines Bookstagram-Posts gekauft hast.
8. Lies ein Buch, dessen Titel nur aus einem Wort besteht.
9. Lies ein Buch von einem Autor, den du noch nicht kennst.
10. Lies ein Buch von einem Autor, von dem du bereits einige Bücher kennst/im Regal stehen hast.
11. Lies ein Buch mit einem gelben oder orangen Cover.
12. Lies ein fremdsprachiges Buch.

Ich muss gestehen, in meinem Fall ist diese Challenge ein wahrer Segen. Mein Stapel ist nämlich mittlerweile so hoch gewachsen, dass er fast ein ganzes Buchregal füllt. Ich traue mich gar nicht, die Bücher alle zu zählen. Aber gestapelt habe ich sie mal …

16-10-27
Höher darf der Stapel wirklich nicht werden, ich komme so schon kaum dran.

 

Einige der Bücher wollte ich schon immer mal lesen, kam aber nie dazu. Andere habe ich angefangen und dann abgebrochen (Ich wäre übrigens dafür, dafür eine weiteres Los zu spendieren, Philip und Annabelle: Lies ein Buch, das du schon mal angefangen, aber nie beendet hast. Ich bin sicher, ich bin da nicht die einzige!). Einige sind Rezensionsexemplare, die bereits darauf warteten, besprochen zu werden, bevor ich in der Offline-Welt versunken bin. Ich sage dem SuB heute den Kampf an! Und dafür habe ich mir einen Schlachtplan zurecht gelegt:

1. Lies ein Buch, das sich schon über ein Jahr auf deinem SuB befindet.

Ich beginne mit Neil Gaimans Der Ozean am Ende der Straße. Ich war damals im Literaturhaus Köln auf der Lesung und bin wirklich neugierig auf dieses Buch. Neil Gaiman ist kein unbekannter Name, auch wenn ich noch nie ein Buch von ihm gelesen habe – in meinem Studium laufe ich ihm irgendwie dauernd in Texten über den Weg. Wird Zeit, dass ich auch mal ein Werk von ihm gelesen habe!

2. Lies ein Buch, das du dir nicht selbst gekauft hast.

Gertrud Leuteneggers Panischer Frühling ist vielleicht vom Titel her nicht unbedingt eine winterliche Lektüre, aber ich denke, dass es sich thematisch sehr gut anreiht an das vorherige Buch: In beiden Romanen geht es um das Erinnern. – Ich bin gespannt!

9. Lies ein Buch von einem Autor, den du noch nicht kennst.

Auch wenn diese Kategorie auch auf die beiden vorherigen Autoren zutrifft, habe ich mich für Angelika Klüssendorfs April entschieden, da auch dieser Roman schon viel zu lange auf meine Besprechung wartet. Vor zwei Jahren stand er auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis. Besser spät gelesen als nie ist hier die Devise.

4. Lies ein Buch, dessen Genre du sonst nicht so oft liest.

Ich bin kein Krimi- oder Thriller-Fan. Ich weiß nicht, wieso, erst recht nicht, wenn man bedenkt, dass das beides absolute Bestseller-Genres sind. Mich konnte bisher nur selten ein Krimi oder Thriller begeistern. Da ich nicht mal einen Krimi in meinem Regal stehen habe, fiel meine Wahl auf Andreas Götz‘ Stirb leise, mein Engel. Das Buch habe ich geschenkt bekommen. Der Klappentext verspricht einen Thriller, der unter die Haut geht. Ich lasse mich überraschen!

10. Lies ein Buch von einem Autor, von dem du bereits einige Bücher kennst/im Regal stehen hast.

Diese Aufgabe wollte ich unbedingt aufnehmen. Ich find’s toll, wenn man Autoren hat, die einen begeistern und deren Werke man verfolgt. Es gibt nur einen Nachteil: Alle Romane von Autoren, deren neue Werke ich kaufe oder geschenkt bekomme, überleben nicht lange auf meinem Stapel ungelesener Bücher und wandern sehr schnell in die Kategorie „gelesen, verschlungen, heiß geliebt“ und ziehen somit in ein separates Regal. Deswegen war’s etwas tricky. Da ich aber mit Neil Gaiman begonnen habe, kann ich jetzt mit Coraline weiter machen. Das Buch habe ich damals nach der Lesung im Literaturhaus gekauft, weil ich wirklich neugierig war. Dazu kommt, dass ich es für ein Seminar dieses Semester gleich zwei Mal lesen muss: Ich habe es auf Deutsch gekauft, werde es aber dann noch mal im Original zu Beginn des nächsten Jahres lesen müssen bzw. dürfen. Das wird sicher ein spannender Vergleich!

12. Lies ein fremdsprachiges Buch.

In der Schule mussten wir Stephen Chbosky’s The Perks of Being a Wallflower bereits lesen. Damals hatte ich nicht viel dafür übrig, auch wenn mich das Ende absolut umgehauen hat. Mittlerweile bin ich älter und die Verfilmung mit Emma Watson ist mein absoluter Lieblingsfilm. Ich kenne die Handlung zwar ziemlich gut, erinnere mich aber nicht mehr wirklich an Schreibstil und Umsetzung. Deswegen ist es für mich irgendwo auch ein Neu-Entdecken, auf das ich mich unheimlich freue.

 

Diese Bücher liegen jetzt bei mir auf dem Nachttisch. Ob ich sie alle bis zum Ende der Challenge gelesen bekomme? Puh, ich glaube fast nicht. Schließlich arbeite ich und studiere. Aber dennoch habe ich mir vorgenommen, sie zumindest alle bis Ende des Jahres gelesen zu haben!

Letztendlich gehört es auch zur Challenge, sich fünf Titel zu überlegen, die man noch nicht besitzt, aber gerne demnächst lesen würde. Das ist einerseits eine wirklich schwierige Aufgabe, andererseits ziemlich fies – schließlich beschäftige ich mich mit so vielen Büchern, die ich noch nicht habe, aber sooo gerne hätte. Damit es nicht ganz so grausam ist, werde ich hier nur die Namen nennen und den Klappentext zitieren. Alles andere wäre absolute Tortur! Denn während der Challenge zählt ein absolutes Bücherkaufverbot (wobei ich Uni-Bücher hiervon mal ausschließen werde …). Alle diese Bücher habe ich auf der Frankfurter Buchmesse entdeckt.

1. Emma Cline: The Girls

Kalifornien, 1969. Evie Boyd ist vierzehn und möchte unbedingt gesehen werden – aber weder die frisch geschiedenen Eltern noch ihre einzige Freundin beachten sie. Doch dann, an einem der endlosen Sommertage, begegnet sie ihnen: den „Girls“. Das Haar, lang und unfrisiert. Die ausgefransten Kleider. Ihr lautes, freies Lachen. Unter ihnen ist auch die ältere Suzanne, der Evie verfällt. Mit ihnen zieht sie zu Russell, einem Typ wie Charles Manson, dessen Ranch tief in den Hügeln liegt. Gerüchte von Sex, wilden Partys, Einzelne, die plötzlich ausreißen. Evie gibt sich der Vision grenzenloser Liebe hin und merkt nicht, wie der Moment naht, der ihr Leben mit Gewalt für immer zerstören könnte.

2. Jojo Moyes: Über uns der Himmel, unter uns das Meer
Australien 1946. Sechshundert Frauen machen sich auf eine Reise ins Ungewisse. Ein Flugzeugträger soll sie nach England bringen, dort erwartet die Frauen ihre Zukunft: ihre Verlobten, ihre Ehemänner – englische Soldaten, mit denen sie oft nur wenige Tage verbracht hatten, bevor der Krieg sie wieder trennte. Unter den Frauen ist auch die Krankenschwester Frances. Während die anderen zu Schicksalsgenossinnen werden, ihre Hoffnungen und Ängste miteinander teilen, bleibt sie verschlossen. Nur in Marinesoldat Henry Nicol, der jede Nacht vor ihrer Kabine Wache steht und wie sie Schreckliches erlebt hat im Krieg, findet sie einen Vertrauten. Eines Tages jedoch holt Frances ausgerechnet der Teil ihrer Vergangenheit ein, vor dem sie ans andere Ende der Welt fliehen wollte …

3. Jarett Kobek: Ich hasse dieses Internet
Zeitgeist ist sein zweiter Name: Mit rasender Energie erzählt Jarett Kobek in seinem Roman, was das Internet mit uns macht. San Francisco: Eine Gruppe von Freunden kollidiert hart mit der digitalen Gegenwart. Adeline hat nach einer unbedachten Äußerung zu Beyoncé und Rihanna einen Shitstorm am Hals, und Ellen findet sich nackt im Netz. Die Kampfzone hat sich verschoben, und wir selbst haben die Munition geliefert: Warum geben wir unsere Daten her? Machen Apple und Google zu den mächtigsten Playern der Welt? Hier ist sie endlich: Eine »raue Tirade zu Politik und Kultur, ein Aufschrei zu Macht und Gewalt in unserer globalisierten Welt« (New York Times). Für alle, die Dave Eggers ›Circle‹ und Michel Houellebecqs ›Unterwerfung‹ geliebt haben – plus eine Prise Wahnsinn obendrauf.

4. Hans Fallada: Kleiner Mann – was nun? (Gut, es ist keine Neuentdeckung, aber ich wollt’s schon Immer mal lesen und konnte auf der Buchmesse ein wenig die Nase zwischen die Zeilen stecken, weil der Aufbau Verlag es neu verlegt hat.)
Der Weltbestseller erstmals so, wie Fallada ihn schrieb.
Zu brisant, um so gedruckt zu werden: Von der Urfassung des Romans, der Hans Fallada am Vorabend der Machtergreifung der Nazis zum international gefeierten Erfolgsautor machte, wurde ein Viertel noch nie veröffentlicht.
Der Verkäufer Johannes Pinneberg und seine Freundin Lämmchen erwarten ein Kind. Kurz entschlossen heiratet das Paar, auch wenn das Geld immer knapper wird. Trotz Weltwirtschaftskrise und erstarkender Nazis nimmt Lämmchen beherzt das Leben ihres verzweifelnden Mannes in die Hand. In dieser rekonstruierten Urfassung führt ihr gemeinsamer Weg noch tiefer ins zeitgenössische Berlin, ins Nachtleben und in die von den „Roaring Twenties“ geprägten Subkulturen. Die politischen Probleme der damaligen Zeit werden so plastisch wie in wenigen anderen Texten.
Jetzt mit Charlie Chaplin, Robinson Crusoe, Goethe, Wilhelm Busch und dem Prinzen von Wales.

5. Kirsten Fuchs: Mädchenmeute
Nur widerwillig fährt Charlotte Nowak, fünfzehn und sehr schüchtern, mit sieben anderen Mädchen ins Sommerferiencamp. Doch dort ist schnell alles anders als erwartet: Dinge verschwinden, und als eines Morgens die Gruppenleiterin ausrastet, flüchten die Mädchen, klauen ein Hundefängerauto samt Hunden und fahren ins Erzgebirge, wo eine von ihnen einen alten Stollen kennt. Hier schlagen sie sich durch immer freiere, immer aufregendere und schönere Sommertage zwischen Waldabenteuern und nächtlichen Streifzügen zu Supermarkt-Containern – und Charly Nowak merkt, dass sie nicht nur schüchtern ist. Doch plötzlich stoßen die Mädchen auf eine brisante DDRHinterlassenschaft, die Außenwelt holt sie ein, und dann kommt auch noch die erste Liebe. Charly muss das, was sie gerade an Mut und Freundschaft entdeckt hat, unter Beweis stellen …
Mit hinreißender Direktheit und großer Wärme schildert Kirsten Fuchs Ängste und Hoffnungen und alles, was zu jeder neuentdeckten Freiheit dazugehört. Fuchs, für ihre beiden ersten Bücher von der Presse gefeiert, hat mit «Mädchenmeute» einen wunderbar reifen Roman geschrieben, der die großen Fragen des Lebens stellt – die wir am klarsten erkennen, wenn wir jung sind.

 

 

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Also dann – ich bin jetzt erst mal nicht erreichbar. I got some serious reading work to do 😉

6 Kommentare

  1. Oh die Challenge wäre wohl auch was für mich, mein SuB wächst immer nur anstatt mal zu schrumpfen 😀

    lg Sally

    1. Na, dann nimm doch teil! 🙂

  2. […] Freunde, Familie oder für einen selbst erworben werden. Und ich gestehe: Das Buchkauf-Verbot der Buchmesseblues-Challenge wurde für diesen Abend ausgesetzt. Ich habe mich schon deutlich zurück gehalten, aber drei […]

  3. […] habe ich da falsch gemacht. Der Sinn der Buchmesseblues-Challenge war doch, seinen SuB abzubauen – der immerhin bei mir schon größer ist als ich selbst. […]

  4. […] hatte nicht erwartet, dass ich alle von mir hier ausgesuchten Bücher in dieser Zeit lesen würde. Mit der Arbeit und der Uni ist das einfach nicht […]

  5. […] Idee kam mir, als ich meinen SuB für die Buchmesseblues-Challenge betrachtete: Kunkku von Tuomas Kyrö soll unterhaltsam sein, denn es erzählt die Geschichte des fiktiven […]

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